Es handelt sich hierbei um eine abgewandelte Form der Akupunktur, bei der jedoch keine Nadeln verwendet werden, sondern stattdessen gewisse Bereiche der Haut beklopft werden. Seit Anfang 2012 ist das EFT durch die APA (American Psychological Association) auch als evidenzbasierte Methode und somit auch wissenschaftlich fundierte Therapieform anerkannt worden.

Wie funktioniert EFT?

Durch die Stimulation von bestimmten Akupressurpunkten können Stress und andere psychische – inkl. psychosomatische – Störungen gelindert oder sogar komplett beseitigt werden. Hierzu klopft man auf bestimmte Areale der Haut, die mit besonders vielen Mechanorezeptoren ausgestattet sind. Diese Klopfpunkte besitzen nachweislich intensive neuronale Verbindungen zu jenen Arealen im Gehirn, die an den psychischen Verarbeitungsprozessen in besonderer Weise beteiligt sind: nämlich dem limbischen System (bestehend u. a. aus Amygdala, Hypothalamus, Hippocampus) und dem präfrontalen Cortex. Mittels bildgebender Verfahren, konnte die Hirnforschung feststellen, dass bei Angst, Schmerz und traumatischen Erinnerungen, eine Übererregung im limbischen System und gleichzeitig eine Hemmung im Bereich des präfrontalen Cortex stattfindet. Wenn jetzt spezifische Akupressurpunkte durch klopfen stimuliert und weitere sensorische Reize (Augenbewegungen, zählen, Melodie summen, sprechen etc.) gegeben werden, reduziert sich die Überregung im limbischen System bei gleichzeitiger Zunahme von Aktivitäten im z. B. präfrontalen Cortex.

Aus der neurobiologischen Forschung ist bekannt, dass das Aufrufen einer traumatischen/emotional belastenden Erinnerung, eine traumatische Reiz-Reaktions- Verknüpfung mit sich bringt, so dass die Verbindung der Angstreaktion

(Erstarrung, Flucht oder Aggression) mit dem Reiz (z.B. Geräusche, Erinnerungsbilder, Gerüche) einer Auflösung zugänglich wird. Wenn jetzt also die EFT-Methode gleichzeitig im Moment des Aufrufens der traumatischen Erinnerung durchgeführt wird, kann die sensorische Überladung mit emotional neutralen Reizen (z.B. klopfen, etc.), die Angstreaktion zu der Erinnerung entkoppeln bzw. auflösen.

Das Ergebnis:

Die Hirnaktivitäten normalisieren sich wieder und ein zuvor als belastend empfundenes Ereignis erzeugt nun weniger oder im Idealfall auch gar keine belastenden Gefühle mehr. Dabei werden selbstorganisatorische Prozesse angestoßen, die neue funktionale Verknüpfungen (beispielsweise neue positive Glaubenssätze) ermöglichen. Die Erinnerung bleibt zwar gespeichert, verliert aber seine symptom-/angsterzeugende Kraft.

Fazit: In der Hand eines professionellen Anwenders ist das EFT ein mächtiges Werkzeug zur Auflösung von emotionalen Störungen, Phobien und auch physischen Problemen.